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Architects – „For Those That Wish To Exist“

Ausgeklügelte Riffs kombiniert mit eindringlich schönen und bedrückenden Orchesterarrangements, ein, zwei Breakdowns und kein „Blegh“ – „For Those That Wish To Exist“ stellt ein neues Kapitel in der Bandgeschichte von Architects dar.

Doch eine 180 Gradwendung ist das neue Werk nicht, keine Sorge, eher eine Weiterentwicklung der Metalcore-Institution hin zum für sie Unbekannten, vielleicht sogar zu etwas Größerem? Größer kann man hier übrigens auch wörtlich nehmen, immerhin sind 15 Tracks und damit fast eine Stunde Hörzeit definitiv ein ‚großes‘ Album.

Und diese Zeit nutzen die Briten, um ihrem Sound mit Elementen aus Elektronik, EDM, Synth-Pop oder orchestraler Musik eine weitere Ebene zu geben. Die neuen Elemente fügen sich überraschend gut ein, dazu kommt mehr Reingesang als man es bisher von Frontman Sam Carter gewohnt ist. Die glücklicherweise dennoch immer wiederkehrende Härte und Screaming wechseln sich mit anderen, weicheren Instrumentalisierungen ab und erschaffen so etwas Neues. Wichtig ist dabei eine offene Einstellung, nicht jeder Song dieses Longplayers ist etwas für alteingesessene Metalcore Fans.

Während die Band mit ihren letzten Alben versuchte, die Wut, die Verzweiflung und die Trauer aufgrund der Krankheit und des Todes von Gründungsmitglied und Gitarrist Tom Searle zu verarbeiten, schlagen Architects nun auch lyrisch einen neuen Weg ein. Sehr passend betitelt dreht sich „For Those That Wish To Exist“ um den menschgemachten Klimawandel und die unausweichlichen Umweltkatastrophen, sollten wir nicht bald etwas ändern. Dabei behandeln sie damit verbundene Gefühle wie Ohnmacht, Wut und doch auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Mit ihrem inzwischen neunten Longplayer hat die Band es geschafft, ein wichtiges und bedrückendes Thema und neue Elemente zu bewegender und wahnsinnig detailreicher Musik zu verarbeiten, ohne sich dabei selbst zu verlieren. Dabei profitieren viele der Songs von mehrmaligem Hören, bei denen immer wieder neue Schichten zu entdecken sind. Und vielleicht wird mit dem tieferen Einsinken der Texte ja wirklich der ein oder andere dazu bewegt, sich bewusst dem Kampf für unseren Planeten zu widmen. Bleibt nur mehr eine, definitiv nicht nur metaphorisch zu verstehende Frage: „What would you do to stay alive, if the planet was burning?“

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Laura & Magdalena

Musikliebhaberinnen und begeisterte Schreiberlinge

Zwei Girls, die sowohl Musik, Konzerte und Festivals, als auch das Schreiben über alles lieben und diese beiden Leidenschaften auf chills einfach rauslassen wollen.

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